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Die Sparquote und die finanzielle Unabhängigkeit

Das Thema von diesem Blog ist ja prinzipiell die gesamte Geldanlage für den Privatanleger. Bisher habe ich mich hier zwar hauptsächlich um das Börsengeschehen gekümmert, so nach und nach möchte ich aber auch noch weitere Themengebiete erschließen, um es nicht zu eintönig werden zu lassen. Aber keine Angst, ich werde hier auch weiterhin noch regelmäßig über die Börse schreiben.

Sehr stark mit dem Investieren, ist auch das Thema der Geldbeschaffung verbunden. Man Investiert in der Regel das persönlichen Gesparte. Hierbei ist die eigene Sparquote eine sehr wichtige Größe. Um diese Sparquote soll sich dieser Artikel drehen, mit dem ich hier zum ersten Mal das Thema Sparen ansprechen werde.

Sparen und Anlegen sind zwei Aspekte, die in gleichen Teilen zu der Geldanlage und dem Vermögensaufbau gehören. Diese beiden Teile sollte und kann man meiner Meinung nach nicht voneinander trennen. Sie sind vielmehr die zwei Seiten der Medaille. Leider sieht man aber sehr oft, dass diese beiden Punkte nur separat betrachtet werden oder noch schlimmer nur einer alleine und der andere wird komplett ignoriert. Damit verschenkt man aber sehr viel Potenzial.

Was ist die Sparquote?

Damit man über das Sparen an sich sprechen kann, benötigt man erst mal eine saubere Messgröße. Es macht beispielsweise nur wenig Sinn zu sagen, dass man pauschal 300€ im Monat sparen sollte, da dieser Betrag immer in Relation zu den Ausgaben gesetzt werden muss. Für jemanden, der nur 1000€ pro Monat zu Verfügung hat, ist dies eine ganze Menge, für jemanden, der aber 5000€ monatlich verdient, sehr wenig.

Hier kommt jetzt die persönliche Sparquote ins Spiel, die ein relatives Maß ist. Um diese zu berechnen teilt man das monatlich gesparte durch das gesamte zu Verfügung stehende Geld. Dabei kommt dann ein Wert heraus, der zwischen 0 und 1 ist. Multipliziert man diesen mit 100, so ergibt dieser dann die Sparrate in %. In der Formelschreibweise sieht dies dann wie folgt aus:

Diese ist ein relatives Maß und daher für einen Vergleich von unterschiedlichen Sparern viel besser geeignet, als absolute Beträge.

Um den eigenen Wert der Sparquote besser einschätzen zu können, sollte man sich am besten mit der durchschnittlichen Sparquote in Deutschland vergleichen. Diese liegt in dem Jahr 2011 deutschlandweit im Mittel bei ca. 11%. Alles darüber ist überdurchschnittlich und darunter unterdurchschnittlich.

Die Sparquote und die finanzielle Unabhängigkeit

Ich habe jetzt einmal ein wenig mit den unterschiedlichen Sparquoten in Excel herum gespielt und mal geschaut, wie sich diese im Laufe der Zeit bemerkbar machen. Als erstes lässt sich sagen, dass die Ergebnisse für den normalen Sparer wirklich deprimierend sind.

Legt man einmal die durchschnittliche Sparquote von 11% zugrunde und nimmt eine effektive Verzinsung von 2% nach der Inflation an, so erreicht dieser Sparer die finanzielle Unabhängigkeit nach über 110 Jahren. Als finanzielle Unabhängigkeit nehme ich hier den Zeitpunkt, ab dem er komplett von den Zinsen seines Ersparten leben kann. Da wundert es nicht, dass so wenig gespart wir.

Die Lage hellt sich aber ganz schön auf, wenn man nur ein wenig an den Zinssätzen dreht. Mit einem Zinssatz von 5%, der mit einem passivem Depot realistisch ist, sinkt der Punkt der finanziellen Unabhängigkeit massiv auf 48 Jahre, was doch schon um einiges erfreulicher ist. Dies ist immerhin noch realistisch schaffbar, wenn man früh in seinem Leben anfängt, aber auch noch nicht wirklich optimal.

Noch besser wird es, wenn man die eigene Sparquote erhöht und es schafft regelmäßig 20% bei Seite zu legen. Damit reduziert sich der Zeitpunkt der finanziellen Unabhängigkeit auf 37 Jahre, was schon eher dem normalen Arbeitsleben entspricht.

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